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Bericht
30.06.2026

„Unsere Mission hat sich nicht verändert: Wir wollen echte Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen erzielen“

Nachhaltigkeit

Im Vorfeld der Veröffentlichung des Heraeus Precious Metals Sustainability Update 2025 erläutert Sarah Huth, warum ambitionierte Ziele wichtig sind, was sich seit 2021 verändert hat und warum echter Fortschritt manchmal eine Anpassung des Kurses erfordert.

Im Juli veröffentlicht Heraeus Precious Metals sein Sustainability Update 2025. Darin gibt das Unternehmen einen Überblick über seine Fortschritte in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG).

Vor der Veröffentlichung sprachen wir mit Sarah Huth, seit April Head of Sustainability and Responsible Sourcing, über die Klimareise des Unternehmens in den vergangenen Jahren.

Sarah Huth, Head of Sustainability and Responsible Sourcing

Wo steht Heraeus Precious Metals Ende 2025 im Bezug auf seine Klimaziele?

Wir haben deutliche Fortschritte erzielt. Seit 2019 haben wir die Treibhausgasemissionen unserer eigenen Standorte, also unsere Scope-1- und marktbasierten Scope-2-Emissionen, um 64 % reduziert. Außerdem haben wir unser Ziel erreicht, 100 % unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Gleichzeitig haben wir nicht alle Meilensteine vollständig erreicht. Eines unserer Ziele war eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 % im Vergleich zu 2019. Tatsächlich haben wir unseren Energieverbrauch um 11 % gesenkt. Klammert man das Wachstum unserer Produktion aus, haben wir fast 20 % erreicht.  Natürlich hätten wir gerne mehr herausgeholt. Ehrgeizige Ziele sollen ein Unternehmen vorantreiben. Rückblickend haben sie wesentlich dazu beigetragen, Verbesserungen anzupacken und den Wandel in unserem Unternehmen zu beschleunigen.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus den vergangenen Jahren mit?

Als wir unsere Klimaziele im Jahr 2021 festlegten, waren wir bewusst ehrgeizig. Und tatsächlich haben diese Ziele die beabsichtigte Dynamik erzeugt und uns geholfen, recht schnell bemerkenswerte Fortschritte zu erzielen.

Die vergangenen Jahre haben auch gezeigt, wie dynamisch sich regulatorische Anforderungen, Erwartungen und Best Practices rund um das Thema Nachhaltigkeit entwickeln. Das erfordert eine ständige Reflexion und Anpassung.

Zum Beispiel haben wir 2024 entschieden, das Ziel, bis Ende 2025 durch Kompensationen klimaneutral zu werden, nicht weiter zu verfolgen. Die öffentliche Debatte über Kompensationen hatte gezeigt, dass ein sachgerechter Umgang mit dem Thema mehr Kapazitäten erfordert hätte als ursprünglich angenommen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, aber es war notwendig, darüber nachzudenken, wo wir unsere Ressourcen und Kapazitäten künftig einsetzen werden. Unsere Mission hat sich nicht verändert: Wir wollen echte Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen erzielen.

Wo steht Heraeus Precious Metals bei den Emissionen entlang der Wertschöpfungskette?

Mehr als 99 % unserer gesamten Treibhausgasemissionen stammen aus unserer Wertschöpfungskette. Der größte Treiber unserer Scope-3-Emissionen ist der Einkauf von Edelmetallen. Die Reduzierung dieser indirekten Emissionen ist weitaus schwieriger als die Senkung der Emissionen an unseren eigenen Standorten. Um diese Emissionen effektiv zu reduzieren, arbeiten wir daran, unsere Datenbasis zu verbessern. Denn je besser wir die minenspezifischen Emissionen und Reduktionspotenziale verstehen, desto besser können wir unsere Beziehungen mit Minen steuern. Ein weiterer Hebel ist die Steigerung der Sekundärmengen an Edelmetallen.

Bis Ende 2025 sind unsere Scope-3-Emissionen im Vergleich zu 2020 um mehr als 30 % gesunken. Ein wesentlicher Teil dieser Reduzierung ist auf die genannten Hebel zurückzuführen. Zu einem kleineren Teil ist diese Entwicklung auch bedingt durch Mengeneffekte und eine Anpassung unserer Scope-3-Bilanzierungsmethodik hin zu minenspezifischen Emissionsfaktoren.

In unserem kommenden Sustainability Update werden wir näher auf diese und weitere ESG-relevante Entwicklungen eingehen.